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Studi-Kolumne

Vorlesungspause – Yoga in fünf Minuten

Welche Nachteile die digitale Lehre mit sich bringt und wie wir dagegen vorgehen können.
Illustration Yoga-Übung Schulterstand
Illustration Beginn der Vorlesungspause

Durch die anhaltende Online-Lehre bleiben die Gänge, der Innenhof und die Mensa der HfG während den Pausen leer. JedeR sitzt mehr oder weniger alleine zuhause vor dem Bildschirm und versucht sich daran zu erinnern, wie die Gesichter hinter den ganzen schwarzen Kästchen mit Namen aussehen. Dann verkündet der/die DozentIn: “Wir machen jetzt zehn Minuten Pause.” Wir haben uns gefragt: “Was machen die HfGlerInnen denn in ihren Pausen während und zwischen den Vorlesungen?” Dieser Frage sind wir nachgegangen und haben festgestellt, dass es an der Zeit ist, etwas zu ändern!

Vorlesungspause – was tun die HfGlerInnen?

Vor weniger als einem Jahr hätte man gelacht, wenn wir die Studierenden nach ihren Pausenbeschäftigungen gefragt hätten. Schließlich mussten wir lediglich unsere Augen öffnen und während den Pausen durch das Hochschulgebäude, über den Innenhof oder direkt in die Mensa laufen. Überall waren Mitstudierende zu sehen, die ihre selbstgemachten Spezialitäten, vegetarischen Gerichte oder lediglich einen der Muffins aus der Mensa aßen und sich dabei unterhielten. Während der kurzen Pausen traf man sich am Kaffeeautomaten oder tauschte den neuesten Klatsch bei einer selbstgedrehten Zigarette aus. Die fleißigen Studierenden – oder diejenigen, die mal wieder jede Sekunde bis zur Abgabe ausreizen müssen – blieben in den Räumen und arbeiteten an ihren Projekten. Dank Club-Mate aus dem Automaten brauchten sie keine Pause. Doch durch die digitale Lehre hat sich diesbezüglich einiges geändert. Daher stellten wir uns die Frage, was die HfGlerInnen in den 10-Minuten-Pausen während einer Vorlesung oder auch in der etwas längeren Mittagspause so treiben. Im Folgenden möchten wir euch kurz vorstellen, was unsere kurze Umfrage aufgedeckt hat:

Aktuelle Pausenbeschäftigungen
Die meisten Studierenden nutzen die Pausen um auf die Toilette zu gehen. 68,9% statten sich mit einem frischen Kaffee oder Tee aus. Über die Hälfte vertreibt sich die Zeit mit dem Abarbeiten der verpassten Nachrichten und/oder in Social Media Kanälen. Knapp die Hälfte bereitet sich eine schnelle Mahlzeit zu. Nur 21,3% der Studierenden versuchen mit Yoga- und Haltungsübungen ihren Schmerzen oder dem Konzentrationsverlust entgegen zu wirken und an ihrer Haltung zu arbeiten. Eine kleine Gruppe nutzt die Zeit für eine kurze Raucherpause und nur 2% schnappen etwas frische Luft.

Auch wenn wir aufstehen müssen, um auf die Toilette zu gehen oder uns einen Kaffee beziehungsweise Tee zu holen, sind die Wege zu Hause vermutlich recht kurz. Einen Großteil des Tages verbringen wir aufrecht sitzend vor dem Bildschirm.

Auswirkungen der Zoom-Vorlesungen

Wir wollten von den Studierenden wissen, welche Auswirkungen die zunehmende Bildschirmzeit bei ihnen hat. Dabei gaben rund 77% der 103 Befragten an, sie hätten Konzentrationsprobleme und stuften ihre Aufmerksamkeit als mangelhaft ein. Aufkommende Müdigkeit wurde von 72 Studierenden ebenfalls als ein Problem angegeben. Auf dem dritten Platz sind Schmerzen gelandet, welche bei ungefähr der Hälfte der Studierenden auftreten.

Schmerzen
Ein sehr großer Teil der befragten Studierenden, die die Ursache ihrer Schmerzen auf das Onlinestudium zurückführen, leiden unter Rückenschmerzen. Das andauernde auf den Bildschirm herabschauen fügt einem Großteil Nackenschmerzen zu. Die grellen Displays sorgen bei knapp der Hälfte für Kopfschmerzen. Kleinere Teile der Studierenden haben Schmerzen in den Beinen, Händen und Armen.

Egal ob IG, IoT, KG, PG oder SG, im Kern studieren wir alle Gestaltung. Wir entwerfen ergonomische Arbeitsplätze, entwickeln Konzepte für eine gesunde Lebensweise und schaffen Möglichkeiten für eine bessere Zukunft. Da stellte sich uns die Frage: Weshalb gestalten wir unsere Pausen nicht so, dass Konzentrationsprobleme, Müdigkeit und Schmerzen der Vergangenheit angehören?

Yoga als alternative Pausengestaltung

Unser Appell: Macht doch mal Yoga! Da wir uns selbst nicht besonders gut mit der Thematik auskannten, sprachen wir mit Joana Schauer. Joana ist eine ehemalige HfGlerin und ausgebildete Yoga-Lehrerin. Jeden Mittwoch bietet sie den Studierenden der HfG eine kostenlose Yoga Stunde an. Dabei möchte sie den TeilnehmerInnen die positiven Auswirkungen von Yoga auf unseren Körper näher bringen. Gerne möchten wir die Hauptaspekte unseres Gespräches mit Euch teilen. Ob Yogaübungen bei verschiedenen Beschwerden positive Auswirkungen haben und wie Ihr diese für Euch in wenigen Minuten anwenden könnt, erfahrt Ihr jetzt.

Was bringt Yoga?

Generell gibt es unterschiedliche Ziele und somit auch verschiedene Arten von Yoga. Der/die Eine macht es zur Entspannung und der/die Andere für die eigene Fitness. Joana meint, sie sei nach einer Yoga-Session zufrieden und ausgeglichen und tue es hauptsächlich für den Ausgleich von Körper und Geist – also für sich selbst. Während bei der Gymnastik oder in anderen Fitnessbereichen an schlechteren Tagen frustrierende Gedanken aufkommen können wie: “Heute hat aber auch wirklich gar nichts funktioniert!”, geht es für Joana um das Gefühl, etwas getan zu haben. Dabei spielt es für sie keine Rolle, wie gut eine Übung funktioniert hat und man solle sich weniger mit anderen vergleichen, als auf seinen eigenen Körper zu hören. Auch wenn sich Yoga mittlerweile zu einer Art Fitnesstrend entwickelt hat, liegt der Ursprung in der Vorbereitung auf die Meditation und soll Leichtigkeit ins Leben und den Alltag bringen.

Beim Yoga geht es darum, auf seinen eigenen Körper zu hören und nicht darum, sich mit anderen zu vergleichen.

Was brauche ich, um wirkungsvolles Yoga zu machen?

Um Yoga zu machen, braucht es laut Joana nicht viel. Sie erzählt uns, wie unbeweglich sie anfangs war und selbst RentnerInnen ihr in jeglichen Dehnübungen weit voraus waren. Sie war es gewohnt, sich mit anderen zu messen, schließlich leben wir in einer Gesellschaft, in der ständig Vergleiche erzwungen werden. Diese Einstellung änderte sie und mittlerweile ist für Joana am wichtigsten zu erkennen, dass man gut ist, so wie man ist. Yoga ist dann wirkungsvoll, wenn man auf seinen Körper hört, auch wenn das bedeutet, dass man diese eine Übung heute nicht ausführt und nur das macht, was einem persönlich gut tut.

Lohnt sich Yoga in einer 10-Minuten-Pause?

Auf diese Frage antwortete uns Joana direkt: “Auf jeden Fall!”. Sie ist der Meinung, es ist sinnvoller, öfter kurz Yoga zu machen, als selten und dafür umso länger und sei es nur, dass man sich für ein, zwei Minuten gedankenstill hinsetzt oder einmal den “Sonnengruß” macht.

Joanas Devise: "Mache lieber jeden Tag ein wenig Yoga, statt selten und dafür umso länger."

Welche Übungen kann ich machen?

Joana verrät uns, dass es einige Übungen gibt, die sich eher für morgens oder mittags eignen, da sie aufpushend wirken, und andere Übungen eher abends angebracht sind, da sie beruhigen und den Körper herunterfahren. Wir haben für Euch ein paar der Übungen aufbereitet und wünschen Euch viel Spaß beim Ausprobieren in der nächsten Pause! Remember: You do it just for yourself!

Tut Euch und Eurem Körper etwas Gutes und arbeitet mit diesen einfachen und schnellen Übungen an einer gesünderen Körperhaltung.
Schließlich sind wir sowieso alle daheim und nicht in den Gängen, dem Innenhof oder der Mensa, daher wird Euch auch keiner schräge Blicke zuwerfen, wenn eine Übung mal nicht so gut klappt.
Wenn Euch die Yoga Übungen gefallen, oder Ihr noch weitere hilfreiche kennt, lasst es uns doch über Instagram wissen.

Ich bin Lara Engelbrecht

Lara Engelbrecht

Name: Lara Engelbrecht

Alter: 20

Wohnort: Schwäbisch Gmünd

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Hauptcharakterzug: positiv, motiviert

Lieblingsschrift: Century Gothic

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Sophie Vollmer

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Katha

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