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Studi-Kolumne

Portfolio 101

Überfordert beim Gedanke an das Portfolio? Die Kolumne liefert Insights und das nötige Grundwissen, um den Einstieg in die Thematik zu erleichtern.
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Das Erstellen eines Portfolios ist eine Aufgabe, die viele Studierende an ihre Grenzen geraten lässt. Dass es dazu eigentlich gar keinen Grund gibt – sondern sich einem vielmehr Möglichkeiten bieten – wollen wir im folgenden Artikel mit euch teilen. Die Idee für den Artikel entstand durch ein Interview mit Antonia Wagner, die momentan ihre Bachelorarbeit an der HfG schreibt, und gibt uns Einblick in ihre Sichtweise auf das Thema. Das heißt, dass die Informationen in keinem Fall allgemeine Vorschriften repräsentieren oder es ein Muss ist, sein Portfolio so zu gestalten. Ihre wichtigsten Ratschläge haben wir extrahiert und für euch zusammengefasst.

Wozu das Ganze?

Der Sinn eines Portfolios besteht darin, seine Projekte zu präsentieren und dadurch einen Raum zu schaffen, der das Interesse von Unternehmen an einem weckt. In erster Linie macht man es also für sich selbst und die eigene Weiterentwicklung. Deshalb sollte man sich im Klaren darüber sein, dass es kein Projekt ist, das man einmal macht und abschließt, sondern vielmehr ein Teil von einem sein wird. Das heißt, der Inhalt sollte natürlich im eigenen Interesse stets aktuell gehalten werden und Interessenten zu Verstehen geben, welche Projekte man wie bearbeitet hat.
Der wohl wichtigste Aspekt ist eine entspannte Herangehensweise an das Thema. Die innere Haltung und die persönliche Perspektive auf das, was man anstrebt oder wie man seine Projekte zeigen möchte, sind entscheidend für klare Ideen und eine sinnvolle Umsetzung.

In erster Linie macht man es also für sich selbst und die eigene Weiterentwicklung.

Inhalt

Was den Inhalt eines Portfolios angeht, sind einem keine Grenzen gesetzt. Hierbei gibt es keine genaue Anleitung, sondern muss individuell entschieden werden. Wer mag, kann es auch ein wenig an das Erscheinungsbild des Unternehmens anpassen, bei dem man sich bewerben möchte. Im Folgenden sind einige Komponenten hinsichtlich Aufbau und Inhalt aufgelistet, die eine Rolle spielen können. Wichtig zu wissen ist, dass sie nicht obligatorisch sind, sondern lediglich eine Orientierung bieten:

Header – Der Kopf einer Website
Der Header kann Elemente wie den Titel der Website und das Navigationsmenü beinhalten. Separierst du bspw. deine Projekte von deinem “who you are”, so kannst du es über ein Menü steuern. Selbstverständlich hast du auch die Möglichkeit, alles auf einer einzigen Seite zu gestalten oder andere interaktive Methoden zu verwenden.

Who you are – Was macht dich aus?
Hier geht es darum, ein empathisches Momentum zu erzeugen und Persönlichkeit einzubringen. Gerne auch ein kleiner Einblick, was man neben dem Studium so im Leben macht und private Projekte zeigen. Ein bisschen Vita kann bei Bedarf mit rein, sollte sich jedoch im Rahmen halten und auf Relevantes reduziert werden.

Projektbeschreibungen – Das Herzstück des Portfolios
Wann ist das Projekt entstanden? Was war deine Rolle? Wie lange ging das Projekt? Stell dir diese oder ähnliche Fragen, die einen potenziellen Arbeitgeber oder Kunden interessieren könnten. Ein Portfolio lebt zwar im Wesentlichen von Bildern und Videos, doch ein paar Sätze an zusätzlicher Information können nicht schaden.

Foto – Das Gesicht hinter dem Portfolio
Entscheide selbst, wie du dich am liebsten darstellen möchtest. Passe das Bild vom Stil entweder an Firmen an, bei denen du dich bewerben möchtest oder mach dich frei davon und probiere aus, was zu dir passt. Bspw. könnte auch ein GIF oder ein kurzes Video von dir ein klassisches Standbild ersetzen oder ergänzen.

Kontaktdaten – Wie kann man dich erreichen?
Biete Interessenten eine Möglichkeit, dich schnell kontaktieren zu können, falls Fragen aufkommen. Dabei helfen E-Mail, ein Kontaktformular, social media und Co.

Footer – Der Seitenabschluss einer Website
Ein guter Footer ist Gold wert. Teile gerne Links zu sozialen Medien, auf denen man dich finden kann. Hier bieten sich bspw. ein LinkedIn-Profil oder ein Instagram-Profil an, auf dem man Einblicke in deine Interessen bekommt.
Abgesehen davon ist der Footer natürlich die perfekte Stelle für dein Impressum.

Herangehensweise

Inspiration
Vor Beginn sollte man sich bewusst machen, was alles abgebildet werden soll und vor allem ist es wichtig, sich Inspiration einzuholen. Hier empfiehlt es sich, Beispiele zu recherchieren und auch HfG-externe Portfolios anzuschauen, um sich maximalen Input zu holen.

Format
Das Format eines Portfolios bleibt einem selbst überlassen. Eine digitale Version in Form einer Website bietet sich oft an, denn es gibt viele praktische Tools, mit denen man schnell und günstig Webseiten erstellen kann. Hier sollte darauf geachtet werden, dass diese auch responsive funktioniert. Zudem erhöht sich dadurch die Reichweite, da PDFs in der Regel nur von Adressaten gelesen werden, an die sie gesendet werden. Sollte ein Arbeitgeber ein PDF bevorzugen, so kann man entweder beides parat haben oder darauf vorbereitet sein, es sich aus seinen Dateien schnell zu erstellen. Hier lässt sich dann auch gut ein Link zur Web-Version einbringen.

Projekte
Für die Struktur der Projekte empfiehlt es sich, seine Endpräsentationen zur Hand zu nehmen, da man sich hier in der Regel bereits eine gute Storyline überlegt hat, welche sich gut ins Portfolio übertragen lässt.

Der Fokus sollte auf aussagekräftige Bilder gelegt werden. Zudem ist es von Vorteil Highlights mit einzubringen, wie zum Beispiel Meilensteine im Projektverlauf. Beim Text hat man etwas Spielraum und muss individuell schauen wie viel man benötigt, um ein Projekt zu beschreiben. Es sollte am besten nicht zu viel sein – Qualität über Quantität. Auf Genaueres wird im folgenden Abschnitt eingegangen.

Qualität über Quantität.

Projekte aufbereiten

Bei den Projekten, die man in seinem Portfolio präsentieren möchte, sollte man sich überlegen welche Storyline erzählt werden soll. Es bleibt einem selbst überlassen, ob man die Prozesse sehr poliert und präzise oder eher roh präsentieren möchte.

Wie schon erwähnt, kann Inspiration unheimlich hilfreich sein. Erstellt man seine Seite z.B. auf Englisch, so kann es einem helfen, sich englische Texte und Portfolios durchzulesen, um einen Eindruck für Wortwahl und Ausdruck zu bekommen. Auch was die einzelnen Bestandteile (wie Header, Menü, Footer, etc.) angeht, ist es von Vorteil sich anzuschauen, was andere bereits gemacht haben.

Im Laufe der Gestaltung sollte man auf seine Mitmenschen zugehen und sich Feedback einholen. Kritik ist etwas gutes und sehr wichtig, da sie einem dabei hilft, sich zu verbessern. Frage also nach, ob sie etwa die Projekte verstehen oder ob ihnen anderweitig etwas auf- oder einfällt.

Es bleibt einem selbst überlassen, ob man die Prozesse sehr poliert und präzise oder eher roh präsentieren möchte.

Tools

Das Portfolio als Website benötigt zwar ein wenig Zeit, lohnt sich aber in jedem Fall. Man braucht eine eigene Domain, über die man später gefunden werden kann und sehr wahrscheinlich auch einen Anbieter, der die Seite für einen hostet. Im Internet gibt es verschiedene Betreiber mit unterschiedlichen Angeboten – auch für Studierende. Darum lohnt es sich, diese miteinander zu vergleichen, um das bestgeeignete Paket zu finden.

Wenn es anschließend um die eigentliche Gestaltung geht, bieten sich einem mehrere Möglichkeiten. Du kannst hervorragend coden? Dann hast du die Möglichkeit, alles aus eigener Hand zu erstellen. Falls dem nicht so ist, lässt sich auf Baukastensysteme zurückgreifen, aus welchen sich die einzelnen Elemente selbst zusammenstellen lassen. Oft gibt es auch vorgefertigte Templates, in die Medien und Texte einfach importiert werden können.

Wie beim Hosting gibt es auch für den Bereich der Gestaltung verschiedene Anbieter. Zu welchem man greift, bleibt einem selbst überlassen, zu empfehlen sind bspw. das klassische Wordpress, Cargo oder Webflow. Hier können die Preise variieren, deshalb behalte die Kosten im Blick. Grundsätzlich lässt sich mit allen ein schönes Ergebnis erzielen.

Insights

Das Portfolio ist eine Aufgabe, die es einem ermöglicht, die Präsentation seiner Projekte selbst zu definieren, einen Überblick über die eigenen Stärken zu bekommen und sich nebenbei neue Fähigkeiten anzueignen. Es ist exploratives Arbeiten, das durch eine positive Herangehensweise profitiert. Skills, die man im Studium monatelang beigebracht bekommt, können hier bestens eingesetzt werden: sei es Usability, intuitive Navigation, typographische Eye-catcher oder selbst gecodete Elemente – die Möglichkeiten sind praktisch grenzenlos.

Zu guter Letzt nochmal der Hinweis, dass das Erstellen eines Portfolios ein Lernprozess ist und einem ständig neue Dinge einfallen werden, die man verändern könnte. Aus diesem Grund sollte man nicht feedbackscheu sein und jederzeit andere Menschen nach ihren Meinungen zum aktuellen Stand fragen.

Ein großer Dank geht raus an Antonia Wagner, für das Teilen ihrer Meinung und ihrer persönlichen Erfahrungen zum Thema Portfolio. Wir hoffen, ihr könnt daraus etwas für euch mitnehmen und seht die Thematik rund um das Portfolio etwas gelassener, denn es gibt nicht die eine Lösung, der man nachgehen muss.

Es ist exploratives Arbeiten, das durch eine positive Herangehensweise profitiert.

Ich bin Antonia Richter

Antonia Richter

Name: Antonia Richter

Alter: 22

Wohnort: Stuttgart

Beruf: Studentin

Hauptcharakterzug: zuverlässig, gediegen

Lieblingsfarbe: space grey