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Projekt-Podcasts

Liebesroboter

Lisa Kern interviewt in diesem Podcast Celine Maya, Tebeya Leicht und Monika Litzinger zu ihrem Projekt aus dem Seminar Critical Design.

The critical design project "Fcking_Robots" is a journey into a future in which it is part of everyday life that people form emotional and physical bonds with humanoid robots, see them as companions and friends, and become intimate with them. In a speculative scenario, the project deals with the possible effects of love robots on society. Due to current trends that can be observed in the media context, the scenario is situated in the realm of the ever faster-changing ideals of beauty and in the realm of interchangeability.

Fcking Robots

Minuten

Kapitel

Timecode

Intro
00:00:00
Wie habt ihr das Seminar Critical Design / Speculative Design erlebt?
00:00:48
Worum ging es in eurem Projekt?
00:01:56
Wie seid ihr auf das Thema gekommen?
00:03:33
Auf was wollt ihr aufmerksam machen?
00:04:25
Aus welchen Elementen besteht das Projekt?
00:07:12
Was waren Reaktionen auf das Projekt?
00:09:47
Was waren kritische Punkte im Prozess?
00:15:10
Wie passen Critical Design und HfG zusammen?
00:18:44
Kann Critical Design die Welt verbessern?
00:20:32
Transkript zum Podcast
Lisa

Hallo und herzlich willkommen zum HfG Podcast. Mein Name ist Lisa Kern und heute geht es um Critical Design. Critical Design ist ein experimenteller Design Ansatz. Das Ziel dabei ist nicht, konkrete umsetzbare Lösungen anzubieten, sondern in erster Linie Diskussionen anzustoßen. Und darum sitzen heute Maya, Tebeya und Moni aus dem Studiengang Interaktionsgestaltung bei mir, um etwas über ihr Projekt zu erzählen. Das Projekt ist im Rahmen des Seminars Critical Design an der HfG in Schwäbisch Gmünd im Wintersemester 2018 entstanden.

Hallo!

Critical Design ist ein experimenteller Design Ansatz. Das Ziel dabei ist nicht, konkrete umsetzbare Lösungen anzubieten, sondern in erster Linie Diskussionen anzustoßen.

Tebeya

Hallo!

Lisa

Schön, dass ihr heute da seid. Wie habt ihr denn das Seminar Critical Design erlebt?

Tebeya

Relativ entspannt. Das Seminar wurde von Maik Groß und Paul Käppler geleitet. Die waren ja auch beide mal HfG Studierende, auch zu unserer Zeit. Deswegen kennt man sich so ein bisschen. Sie haben das meiner Meinung nach sehr gut gemacht. Es war ja wirklich ein komplett neuer Ansatz, das erste Mal Critical Design. Sie haben es gut erklärt, gut eingeleitet, ans Thema herangeführt und ja, waren beide super relaxed und entspannt.

Celine

Dementsprechend war der ganze Kurs auch richtig spannend und es hatten auch alle richtig Lust auf das Überthema und die einzelnen Themen. Das war echt eine gute Erfahrung. Ich bin immer noch froh, dass wir so einen Kurs hatten, der eigentlich nicht so viel mit dem Stundenplan, den wir bisher hatten, zu tun hatte.

Monika

Am Anfang gab es eine kurze Einleitung, in der wir viele Beispiele gezeigt bekommen haben. Und dann gab es eigentlich, so wie in anderen Kursen auch, immer mal wieder Besprechungstermine.

Lisa

Worum ging es in eurem Projekt?

Tebeya

Wir haben uns das Thema Sexroboter ausgesucht.

Celine

Liebesroboter!

Tebeya

Genau, „Liebesroboter“, so haben wir es dann im Verlauf vom Projekt genannt, um ein bisschen die Spannung herauszunehmen, beziehungsweise auch, um das ganze Feld zu erweitern. Denn wir haben irgendwann festgestellt, dass es gar nicht nur um die sexuelle Komponente geht, sondern darum, wie Beziehungen in Zukunft aussehen. Gerade in einer Zukunft, in der Roboter möglicherweise menschlicher werden. Humanoide Roboter, die eine Art Bewusstsein haben. Wie könnte eine Beziehung zu so einem Roboter aussehen? Deswegen der erweiterte Begriff „Liebesroboter“. Wir haben herausgefunden, dass Menschen, die jetzt schon Beziehungen, Liebesbeziehungen, zu z.B. Puppen, oder Avataren haben, dass da eben nicht das Körperliche im Vordergrund steht, sondern eine sehr starke emotionale Bindung entstehen kann. Man merkt das finde ich ganz stark jetzt schon, zum Beispiel an Staubsaugerrobotern. Die Leute geben dem Roboter einen Namen, zum Beispiel der „Robby“, der dann das Haus putzt.

Da mutet ja nichts Menschliches an, das ist einfach nur etwas, das sich bewegt. So etwas reicht schon aus, um eine emotionale Bindung zu schaffen. So betrachtet, ist es sehr spannend, sich dieses Thema anzuschauen.

(...) wir haben irgendwann festgestellt, dass es gar nicht nur um die sexuelle Komponente geht, sondern darum, wie Beziehungen in Zukunft aussehen.

Lisa

Wie seid ihr denn auf das Thema gekommen?

Monika

Der Ansatz beim Projekt war, dass wir relativ viele Artikel durchlesen sollten, beispielsweise Zeitungsartikel oder ähnliches, aus denen man Inspiration ziehen und Ideen entwickeln konnte. Zu Beginn durfte dann jeder eine kleine Präsentation halten, bei der man einen Zeitungsartikel oder eine Web-Recherche mitbrachte. Wir haben dann interessante Themen besprochen. Ein Artikel handelte davon, wie der Mensch in Zukunft emotional mit Sexrobotern umgehen wird.

Zu Beginn durfte dann jeder eine kleine Präsentation halten, bei der man einen Zeitungsartikel oder eine Web-Recherche mitbrachte.

Lisa

Beim Critical Design liegt der Fokus darauf, Diskussionen anzustoßen. Auf was wolltet ihr mit dem Projekt aufmerksam machen?

Monika

Wir wollten eine Entwicklung sichtbar machen. Was passiert mit unseren zwischenmenschlichen Beziehungen und was macht eine Beziehung zwischen Mensch und Roboter aus? Gibt es da Vorteile, ist es alles super positiv und sind wir damit alle happy, ist es ein Mehrwert für die Gesellschaft oder gibt es da vielleicht auch kritische Punkte? Wir haben auch darauf geachtet, dass wir während dem Projekt immer sehr neutral bleiben. Es gibt tatsächlich positive und negative Aspekte und das Projekt soll zum Denken anregen. Wir wollen nichts vorgeben und niemandem eine Meinung aufdrücken.

Wir wollten eine Entwicklung sichtbar machen. Was passiert mit unseren zwischenmenschlichen Beziehungen und was macht eine Beziehung zwischen Mensch und Roboter aus?

Celine

Beim Critical Design geht es auch nicht darum, eine Lösung zu präsentieren, sondern darum, ein Problem, ein Thema, aufzuzeigen, das interessant ist und bewegt. Ich glaube auch, das Thema hat uns alle ein bisschen bewegt. Wir sind voll in die Recherche eingestiegen, waren voll dabei und haben wahnsinnig interessante Menschen gefunden und deswegen sind wir auch dabei geblieben.

Beim Critical Design geht es auch nicht darum, eine Lösung zu präsentieren, sondern darum, ein Problem, ein Thema aufzuzeigen, das interessant ist und bewegt. Ich glaube auch, das Thema hat uns alle ein bisschen bewegt.

Tebeya

Wie Moni schon gesagt hat, ist es ein relativ breites Spektrum das uns interessiert, vor allem die Beziehung zwischen Mensch und Roboter. Man muss dazu sagen, wir haben versucht, auf die ganze Thematik aufmerksam zu machen und zwar, indem wir uns auf das Zukunftsszenario Austauschbarkeit bezogen haben. Wie ist das, wenn Roboter als Partner zum Leben dazu gehören? Bei Robotern kann man ja gewisse Teile einfach austauschen, was bei Menschen nicht möglich ist - eigentlich sogar alle Teile. Wir sind dann über diese Schiene gegangen, um auf das ganze Thema aufmerksam zu machen. Wir haben uns einen Bereich ausgesucht, den wir visualisieren und zu dem wir ein cooles Projekt gestalten können. Aber der Grundgedanke war, eine Diskussion anzuregen.

Monika

Da kann man sich Fragen stellen, wie: „Was passiert mit einem Menschen, der seinen Partner oder Teile von seinem Partner einfach austauscht?“, "Was ändert das in Hinsicht auf potenzielle Partner, vielleicht auch auf reale Partner?"

Da kann man sich ebenso Fragen stellen wie: „Was passiert mit einem Menschen, der seinen Partner oder Teile von seinem Partner einfach austauscht?“

Lisa

Ihr habt für euer Projekt austauschbare Teile für Roboter hergestellt. Was gab es noch für Elemente und wie sah euer fertiges Produkt aus?

Tebeya

Wir haben uns ein Szenario überlegt: wir haben einen Einkaufsladen nachgestellt, wie einen Drogeriemarkt, zum Beispiel. Die Überlegung war, da in ein paar Jahren auch etwas wie Sexspielzeug in Drogeriemärkten verkauft werden könnten, dass es da vielleicht auch sinnvoll wäre, dass solche Produkte angeboten werden. Dann haben wir versucht, einen ganzen Stand aufzubauen, an dem Produkte von unserer Marke – „Parts“ – verkauft werden. Wir hatten verschiedene Produktlinien und haben versucht, das so realistisch wie möglich zu machen. Wir haben die Verpackungen, die wir wirklich mit Informationen gefüllt haben und die sehr realistisch dargestellt sind. Dann gibt es verschiedene Produktreihen, weil wir uns auch dachten, dass eine Marke auch verschiedene Leute ansprechen sollte. Es gibt eine Art „Natural Line“ wo es darum ging, natürliche Körpermerkmale zu verkaufen, Sachen die nicht perfekt sind: so etwas wie Falten, Muttermale oder Sommersprossen. Dann hatten wir auch Sachen, die man eher erwartet, wie Nippel, Lippen, die Augenfarbe, Körperfarbe oder die Hautfarbe. Und dann hatten wir noch so ein bisschen etwas extravaganteres - eine „Limited Edition“ - in der Avatare verkauft werden, wie bei dem Film „Avatar“ ein bisschen Sci-Fi-mäßig. Dann gibt es noch die „Cheap Line“.

Wir haben uns ein Szenario überlegt, wir haben quasi einen Einkaufsladen nachgestellt, wie einen Drogeriemarkt, zum Beispiel.

Lisa

Worum ging es in der „Cheap Line“?

Monika

Wir hatten die Nippel ausgearbeitet, die waren ähnlich zu der „Basic Line“ außer, dass sie einfach aus Hartplastik gemacht waren und wir gesagt haben, dass sie in der Produktion viel billiger herzustellen sind. Die Verpackung war auch nicht so aufwendig. Das war einfach nur in Plastiktüten eingeschweißt. Da ging es auch mehr um die Kommunikation und das eine breite Zielgruppe angesprochen wird und, dass jeder seinen Part findet.

Lisa

Wie waren die Reaktionen auf euer Projekt? Ihr wart ja sicher auch in der Werkstatt um das herzustellen und dann später auch auf der Ausstellung, wie war denn da das Feedback?

Tebeya

In der Werkstatt haben wir die Teile beim Werkstattleiter gegossen und der war auch super offen. Ich glaube, den einzigen Reibungspunkte gab es beim Penis, weil wir den wirklich hundert Prozent realistisch gestaltet haben, der Werkstattleiter meinte dann, ob wir den nicht ein bisschen „glätten“ wollen – ein bisschen abstrakter gestalten – damit es nicht ganz so realistisch aussieht, aber an sich war das sehr lustig und sehr offen.

Monika

Auch mit den anderen Studierenden, die in der Werkstatt waren, ist man gleich ins Gespräch gekommen und es sind oft interessante Diskussionen und Gespräche entstanden.

Tebeya

Es war niemand da, der angeekelt war oder negativ reagiert hat.

Monika

Bei der Ausstellung stand ein etwas älterer Mann erst 10 Meter vor dem Projekt und hat es nur aus der Entfernung angeguckt, hat dann den Kopf geschüttelt und ist wieder umgekehrt. Der hat das leider gar nicht genauer alles angesehen und ich konnte leider auch nicht mehr mit ihm reden. Das war eigentlich das einzig nagative Erlebnis.

Bei der Ausstellung stand ein etwas älterer Mann erst 10 Meter vor dem Projekt und hat es nur aus der Entfernung angeguckt, dann den Kopf geschüttelt und ist dann wieder umgekehrt.

Tebeya

Ich glaube, jeder hatte ein paar Leute am Stand, die eher ein bisschen distanzierter zu dem Thema waren.

Celine

Wenn die Leute eine Erklärung zum Projekt wollten, dann waren sie auch echt begeistert und es war auch echt schön, es zu erklären. Es war wie eine Glühbirne die über’m Kopf anging: „Ahh okay, so meint ihr das!“. Dieser Moment kam immer dann, wenn sie eine Packung in die Hand genommen und herumgedreht haben. Dann haben sie meistens das Projekt überhaupt erst verstanden. Wir hatten auf den Rückseiten der Verpackungen eine Art Anleitung, auf der stand, wie man ein Teil austauscht. Zum Beispiel, wie man ein Auge entfernt, die Fläche säubert und das neue Auge wieder einsetzt. Als die Leute das gesehen haben, meinten sie: „Ok jetzt verstehe ich, ist ja cool!“ und dann kam man erst so richtig ins Gespräch, wo dann Fragen aufkamen wie: „Aber warum sollte man so etwas machen, das ist ja total befremdlich? Ich kann mir das gar nicht vorstellen, dass es in zehn oder fünfzehn Jahren wirklich Realität sein könnte.“ Ich sagte dann oft, dass das ja jetzt schon passiert, nur eben nicht mit einer starken KI, sondern bisher noch mit einer eher schwachen KI, oder auch nur mit Puppen. Es muss ja nicht wirklich leben. Es ist aber auch Tatsache, dass man sich in nicht reale oder fiktive Figuren verlieben kann.

Es war wie eine Glühbirne die über’m Kopf anging: „Ahh okay, so meint ihr das!“.

Tebeya

Es war wirklich eine breite Diskussion, würde ich mal sagen, viel positives; viel, bei dem man erst einmal auf Unverständnis gestoßen ist. Oft hat sich aber auch eine gewisse Empathie-Ebene gebildet. Es war so, dass es ein bisschen Erklärung gebraucht hat, gerade mit den Verpackungen, mit der Anleitung. Ich glaube, die Leute waren auch ein bisschen irritiert, da normalerweise bei den Projekten an der Semesterausstellung Erklärungen dabei sind. Bei uns war wirklich gar nichts, das war einfach nur der Aufbau. Weil wir auch gesagt haben, das soll genau das Szenario widerspiegeln. Wenn wir jetzt noch irgendwie drumherum was erklärendes bauen würden dann wäre das ja nicht mehr authentisch. Deswegen waren wir vor Ort und haben erklärt.

Monika

Nochmal zum Aufbau: wir haben das so gemacht, dass man über verschiedene Ebenen an das Projekt herangeführt wird. In der ersten Ebene, zum Beispiel, soll der/die BesucherIn erst einmal verstehen, in welchem Kontext er/sie sich befindet, also in so einem Einkaufsszenario. Und je nachdem, wie weit man sich dann damit beschäftigen möchte, bekommt man mehr Informationen. In der letzten Ebene, wenn man die Verpackungen in die Hand nimmt und sich die ganzen Details durchliest, dann versteht man das Projekt auf einer anderen Ebene. Genau das war aber auch ganz schön zu sehen bei den Besuchern der Ausstellung. Wer wie weit in das Projekt einsteigen will und wie viel man dann darüber reden möchte. Wie interessiert die Leute waren, das war schon sehr unterschiedlich.

Wie interessiert die Leute waren, das war schon sehr unterschiedlich.

Celine

Was ich auch noch nie erlebt habe, war, dass immer wieder Leute, die schon da waren, zurückgekommen sind, um ihrer Familie, Freunden oder Kommilitonen das Projekt noch einmal zu zeigen, nach dem Motto: „Hey, das müsst ihr mal gesehen haben!“. Das war ein richtiger Push. Wir haben irgendwann angefangen, abzubauen und ich bin mit dieser Kiste raus gelaufen und hatte da die ganzen Verpackungen drin – da bin ich an einem Mädel vorbeigelaufen, die mir gesagt hat: „Oh nein jetzt wollte ich gerade noch zu euch!“ und ich meinte nur „Ja hey, willst du dir noch eine Packung anschauen?“ Das war schon sehr lustig.

Was ich auch noch nie erlebt habe, war, dass immer wieder Leute, die schon da waren, zurückgekommen sind, um ihrer Familie, Freunden oder Kommilitonen das Projekt noch einmal zu zeigen, nach dem Motto: „Hey, das müsst ihr mal gesehen haben!“.

Lisa

Gab es beim Prozess kritische Punkte oder besondere Herausforderungen?

Tebeya

Die größte Herausforderung war die Darstellungsart. Einfach, weil wir uns überlegen mussten, über welche Schiene man die Leute am besten emotional anspricht. Bei uns war das eben dieses Einkaufserlebnis, weil wir dachten, das kennt jeder aus dem Alltag, da kann man sich rein versetzen.

Monika

Das wird es auch in Zukunft noch geben, das ist, denke ich, sehr realistisch.

Celine

Was ich schwierig fand, war alles neutral zu halten, weil man gerade in der Recherche so viele Informationen aufsaugt. Da passiert ganz viel bei einem selber, und es ändert sich, wie man zu dem Thema steht. Je nach dem, welche Informationen ich gerade neu aufgenommen hatte, hat sich dann auch meine persönliche Meinung geändert. Manchmal hatte ich das Gefühl, ich muss die Meinung in das Projekt einfließen lassen und es wäre wichtig, auch meine Meinung zu kommunizieren. Das war für mich manchmal ein Problem: man darf die Thematik nicht zu negativ oder zu positiv darstellen. Und was ist unsere Meinung überhaupt, wie stehen wir zu dem Thema?

Was ich schwierig fand, war alles neutral zu halten, weil man gerade in der Recherche so viele Informationen aufsaugt.

Tebeya

Wollen wir, dass die Leute von einer neutralen Ebene aus darüber nachdenken oder wollen wir das erst in eine positive Richtung lenken? Das war bei uns aber nicht das Ziel, war aber doch schwer hinzubekommen.

Celine

Um ehrlich zu sein, kann ich immer noch nicht sagen, wie ich genau zu dem Thema stehe. Es ist schon sehr befremdlich für mich. Andererseits habe ich da schon Empathie. Ich verstehe schon, warum man dann doch irgendwann mal zum Beispiel auf eine Puppe zurück greift.

Tebeya

Ich denke, das ist eigentlich das Wichtige: nicht, dass man das selbst macht und toll findet, sondern, dass Empathie geschaffen wird und vor allem, dass es überhaupt die Möglichkeit gibt, sich mit so einer Thematik auseinanderzusetzen und zu entscheiden: Wenn sowas passiert, was möchten wir dann in der Zukunft, in welche Richtung möchten wir das leiten und was können wir heute aktiv machen, um das in diese Richtung zu leiten? Das ist ja eigentlich auch der ganze Critical Design Ansatz, dass man etwas macht, was in der Zukunft liegt und es erfahrbar macht, damit man heute schon vorbereitet ist und sich eine Meinung bilden kann. Man muss auch sagen, dass es ein Kurz-Projekt war, das vor Weihnachten geendet hat. Deswegen war jede Phase auch sehr kurz, das war von Maik und Paul auch so gewollt, dass man sich nicht erst lange mit der Recherche aufhält und dann eben einfach das macht, was kommt.

Lisa

Critical Design wird von bösen Zungen oft als angewandte Kunst bezeichnet. Wie passt das denn mit der HfG zusammen, die ja eher einen pragmatischen Ansatz hat?

Monika

Das ist eine gute Frage, so wirklich zusammenpassen tut es wahrscheinlich nicht. Ich verstehe den Gedanken, dass man Critical Design als Kunst bezeichnet, weil natürlich im Design immer der Anspruch dabei ist, eine Lösung anzubieten. Das hat man bei Critical Design nicht, man will eben nur aufmerksam machen und eine Diskussion anregen. Und da sehe ich auf jeden Fall keine große Überschneidung. Aber natürlich ist der Fokus trotzdem, auf gesellschaftliche Themen aufmerksam zu machen. Der Designprozess an sich ist auch ähnlich, nicht komplett anders. Es ist ein Prozess den man da bei der Projektarbeit durchläuft und da gibt es durchaus Parallelen.

Tebeya

Ich finde, Critical Design Projekte haben eine Relevanz an der HfG, weil man sich eine Meinung zu einem zukünftigen Thema bildet. Man hat vielleicht keine Lösung, aber man will sich eine Meinung bilden und kann dabei auch politisch werden. Beim Critical Design ist da eher ein Rahmen gegeben, in dem man mehr Spielraum hat und man kann auch ein Thema behandeln, zu dem man keinen Lösungsansatz oder keine Lösungen bieten muss. Beim Thema Liebesroboter will ich keine Lösungen generieren, das ist auch irgendwie nicht relevant. Für so ein Thema macht es auf jeden Fall Sinn, das in dem Bereich Critical Design anzusiedeln.

Lisa

Wie ist euer persönlicher Standpunkt, kann Critical Design die Welt verbessern?

Monika

Ich würde sagen, ja. Verändern ist vielleicht passender.

Celine

Ich denke auch.

Tebeya

Ins Positive verändern.

Lisa

Vielen Dank für den interessanten Einblick in euer Projekt. Damit ist der Podcast auch schon zu Ende. Dankeschön und bis zum nächsten Mal!

Ich bin Celine Maya

Celine Maya

Name: Celine Maya

Alter: 23

Wohnort: Herbrechtingen

Beruf: UX/UI Designerin

Hauptcharakterzug: Extravagant und kreativ

Ich bin Monika Litzinger

Monika Litzinger

Name: Monika Litzinger

Alter: 27

Wohnort: München

Beruf: UX Designerin

Hauptcharakterzug: Loyal, hilfsbereit und strukturiert

Lieblingsfarbe: Weiß

Ich bin Tebeya Leicht

Tebeya Leicht

Name: Tebeya Leicht

Alter: 25

Wohnort: Schwäbisch Gmünd

Beruf: Studentin im Master

Hauptcharakterzug: Wissbegierig

Lieblingsschrift: Nein

Lieblingsfarbe: All shades of blue

Ich bin Lisa Kern

Portrait einer lachenden blonden Studentin mit roten Lippen vor weißem Hintergrund

Name: Lisa Kern

Alter: 28

Wohnort: Schwäbisch Gmünd

Beruf: Studentin im Master

Hauptcharakterzug: Geradeheraus

Lieblingsschrift: Suisse

Lieblingsfarbe: Rot